Trainingslager mit Profi-Boxer Erik Skoglund

Anfang Juli besuchte ich für eine Woche Profi-Boxer Erik Skoglund (amtierender EU-Champion Halbschwergewicht) in Nyköping (Schweden). Für die Vorbereitung auf seinen Kampf am 15.09.2014 führte ich ein spezielles Kraft- und Konditionsprogramm mit ihm durch. 


Ohne hier ins Detail gehen zu dürfen, möchte ich euch drei Lehren mit auf den Weg geben - unabhängig vom jeweiligen Sport.

1. Individualisiere das Training

 

Basierend auf diverse Assessments im Bereich Beweglichkeit, Kraft und Kondition erstelle ich gezielte Trainingspläne. Die individuellen Schwachpunkte auszugleichen bildet die Grundlage für zukünftige Leistungssteigerungen.
Im Kraftbereich liegt der Fokus zu Beginn stets auf der Strukturellen Balance (nach Charles Poliquin). Leistung trotz bestehender Disbalancen zu steigern führt zu suboptimalen Ergebnissen oder im schlimmsten Fall zu Verletzungen. An dieser Stelle sei so viel verraten: Die hintere Kette weißt bei vielen Athleten (ob Boxer oder Handballer, etc.) Schwachstellen auf. Rotatorenmanschette, oberer und unterer Rücken, Gesäß und hinterer Oberschenkel bedürfen meist besonderer Aufmerksamkeit! 

 

2. Intelligentes Training

 

Boxen ist, wie viele Sportarten, ein sehr anspruchsvoller und komplexer Sport: Es verlangt vom Athleten eine Vielzahl von Fähigkeiten zuentwickeln. Daher sollten zu aller erst die Anforderungen der jeweiligen Sportart klar defniert werden: findet z.B. eine stetige, gleichbleibenede Belastung wie im Triathlon statt? Oder benötige ich lediglich für einen sehr kurzen Moment, maximale Energie wie z.B. beim Kugelstoßen? Unklarer wird es bei Spielsportarten bzw. Sportarten, die sich irgendwo zwischen maximaler Ausdauer und maximaler Power bewegen. Mittlerweile gibt es reichlich Studien, die genauere Auskunft über die verschiedenen Belastungsbereiche geben. Entsprechend sollte dies in der Trainingsplanung in Abstimmung mit individuellen Schwächen berücksichtigt werden. 

 

3. Never Change a Running System 

 

Wenn ein Athlet oder ambitionierter Hobbysportler über die Zeit bereits ein funktionierendes Trainings- und Ernährungssystem aufgebaut hat, darf nicht alles über den Haufen geschmissen werden! Vorausgesetzt, das bisherige Vorgehen hat zu (gewissem) Erfolg geführt, optimiere ich Schritt für Schritt: gezielt Veränderungen vornehmen und diese aufzeichnen. Auf diese Weise erkenne ich was funktioniert und was nicht funktioniert. Nehmt ihr gleichzeitig auf mehreren Ebenen (Ernährung, Training, Erholung, etc.) Veränderungen vor, fällt es schwer die jeweiligen Auswirkungen zu messen. 

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