PEAK Weekend - Teil II

 

Sven Albinus brachte es auf den Punkt: 8 Jahre Kämpfer Diät lassen sich nicht in 6 Stunden weitergeben. Das war für mich der Anlass neben dem Seminar - mehr dazu in Teil I - einen weiteren Trainingstag mit Jürgen Reis zu verbringen. Schließlich kommt es für mich als fortgeschrittener Kämpfer eben auf die Details an. Das kann ein Seminar selbstverständlich in diesem Umfang nicht abdecken.

 

Ein starker Griff

Der Sonntag startete für mich um 6:30 Uhr mit einer lockeren Laufeinheit. Nach einer kalten Dusche und ein paar Schreibarbeiten folgte um 07:30 Uhr die erste Trainingseinheit mit Jürgen Reis, Lukas Fäßler und Sven Albinus. Nach einem ausgiebigen Warm-Up in der Turnhalle des Landessportzentrums Voralberg folgten einige Turnelemente sowie Seilklettern. Für mich bestand die Herausforderung insbesondere darin stabil nach unten zu kommen. Denn beim Seilklettern darf man nicht einfach "runterrutschen". Sondern es wird genau wie beim Heraufklettern ein Hand über bzw. unter die andere gesetzt. Eindrücke dazu findet ihr in dem oben verlinkten Video. 
Auch die Griffkraft-Trainingstools testete ich ausgiebig. Sowohl Klimmzüge an den LAPIS Roller Balls und den Griff-Boards forderten mich auf´s Äußerste. An der sich rotierenden Klimmzugstange brachte ich gerade mal zwei saubere Klimmzüge her. Zwar war meine Griffkraft bisher kein limitierender Faktor beim Kreuzheben. Doch ich bin der Überzeugung, dass ich durch mehr Griffkrafttraining gerade in den Zugbewegungen enorm zulegen kann. Aber auch Übungen wie Kniebeuge oder Bankdrücken können durch einen kräftigeren Griff gesteigert werden. Pavel Tsatsouline legt in seinem Buch The Naked Warrior sehr anschaulich dar, wie ein starker Griff die gesamte Körperspannung steigert. Je höher die Griffkraft, desto größer der Übertrag auf den gesamten Körper. 

Maximalkrafttraining par excellence

Von der Turnhalle ging es direkt ins Fitnessstudio Magic Fit. Dort absolvierten Lukas Fäßler und ich eine Maximalkrafteinheit vom Feinsten. Nach einem spezifischen Warm-Up steigerten wir nach und nach das Gewicht auf der Langhantel. Wir arbeiteten uns im Wellen-Format hoch. Das sah wie folgt aus: 
160 Kg Kreuzheben im Magic Fit - EASY!

1. Welle: 3 x 120 Kg, 2 x 130 Kg, 1 x 140 Kg
2. Welle: 3 x 130 Kg, 2 x 140 Kg, 1 x 150 Kg
3. Welle: 3 x 140 Kg. 2 x 150 Kg, 1 x 160 Kg

Auf das Kreuzheben folgte Bankdrücken im gleichen System. Mit 100 Kg Topleistung war ich zufrieden. Doch gerade auf der Bank will ich endlich Richtung 120 Kg vorankommen. Deswegen muss ich hier besonders an meinen schwachen Schultern arbeiten. 
Zum Abschluss folgte die Kniebeuge im 5x5 System mit 110 Kg. Allerdings ließen langsam die Kräfte nach. Dann hieß es schnell umziehen und um kurz nach 12 Uhr ab in die K1 Kletterhalle zu Jürgen und Sven. 


Übrigens bestand bis zu diesem Zeitpunkt meine Verpflegung lediglich aus schwarzem Kaffee bzw. Clarence Bass Cappuccino, also inkl. etwas Milch, Stevia und Kakao.

Nicht-Periodisierung

Innerhalb von 2 Minuten war ich bereits in der K1. Es liegt alles Nahe beisamen, was das Athleten Dasein in Dornbirn ziemlich komfortabel macht. Während der Satzpausen folgte intensiver Coaching-Input durch Jürgen Reis. Im Fokus stand die Nicht-Periodisierung. Für meinen Mentor gilt: das ganze Jahr in Topform sein. Und je mehr ich es von Jürgen hörte bzw. direkt sehen konnte, desto klarer wurde mir dieses Grundprinzip.
Bisher war ich ein großer Anhänger der genauen Trainingsplanung. Natürlich bleibe ich dieser Vorgehensweise bis zu einem gewissen Grad treu. Doch gerade an meinen Peak-Sundays höre ich vor allem auf meinen Körper. Er, und nicht die Excel-Tabelle, gibt mir die richtigen Signale. Meine tatsächliche Kraft entscheidet über das Gewicht auf der Hantel. An dem einen Tag bin ich vielleicht besonders stark in der Kniebeuge. Dem zu Folge werde ich bei den Squats das Gewicht steigern, 110% geben und ggf. einen persönlichen Rekord erzielen.

Kraft wird trainiert, wo Kraft ist! - Jürgen Reis
Für die B- und C-Trainingstage werde ich weiterhin Pläne nutzen. Da ich hier im 70-90% Bereich trainiere, kann ich nicht so gute Tage einfacher kompensieren. Letztendlich ist nur entscheidend was ich in meinen Wettkampfdisziplinen am Sonntag bewege. Die zusätzlichen Einheiten widme ich Schwachstellen wie meinen Schultern oder der Rumpfmuskulatur. 

Ein dritter Teil...

Richtig gelesen: kommende Woche folgt ein dritter Teil! Das Wochenende hatte soviel zu bieten, dass es eines weiteren Teil bedarfs. Und alle die nun auf Facts zur Kämpfer Diät 3.1 warten, dürfen sich auf den dritten Teil freuen. Denn dieser wird neben dem restlichen Bericht zum Trainingslageraufenthalt ein Rezept meines selbst kreierten Kaiserschmarrns beinhalten. Schon einmal so viel: Über 7000 Kcal verdrückte ich in einer Mahlzeit.

Stay tuned! 

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